Wie macht man Stecklinge?

Steckling

Für Stecklinge braucht man:

  1. Ein Gartenschere
  2. Ein scharfes Messer
  3. Einen Plastikbeutel
  4. Einen Topf mit Anzuchterde, am besten gemischt mit Vermiculite, feinem Kies o.ä.

Stecklinge nimmt man im Idealfall am frühen Morgen, wenn die Sonne den Pflanzen noch keine Feuchtigkeit entzogen hat.

Geeignet sind Triebe, an denen keine Blüten sind oder waren. Diese schneidet man ab. Vermeiden sollte man einen Schnitt ins alte Holz.

Hat man keine Gelegenheit, die Triebe sofort weiterzuverarbeiten, sollte man sie in einen Plastikbeutel stecken. Wie man sieht geht es vor allem um eines: Erhaltung der Feuchtigkeit im Trieb.

Damit die Stecklinge nicht verfaulen, muss die Erde, in die sie gepflanzt werden, wasserdurchlässig sein. Ich nehme dazu Aussaaterde gemischt mit Vermiculite.

Die Triebe schneidet man unterhalb eines Blattachsenknotens (die Stelle, an der die Blätter aus dem Stiel wachsen) mit einem scharfen Messer schräg an. Ein scharfes Messer ist notwendig, damit die Zellen, aus denen sich Wurzeln entwickeln sollen, nicht durch stumpfe Schnitte zerstört werden. Ich bestäube die Schnittstelle noch mit Bewurzelungspulver, aber ob das wirklich etwas nützt, weiß ich nicht.

Gleich unterhalb des Blattachenknotens schneidet man, da dort die Konzentration der Wachstumshormone höher sein soll, als im Stiel.

Nun wird der Steckling in den vorbereiteten Pflanztopf gesteckt – und zwar an den Rand. In einen Pflanztopf passen so mindestens 4 Pflanzen.

Die Wasserversorgung einer Pflanze erfolgt zum Großteil über Wurzeln. Solange die Pflanze keine Wurzeln hat, ist die größte Gefahr, dass der Steckling verdurstet. Die Gefahr lauert aber weniger in zu trockener Pflanzerde als in der Verdunstung über die Blätter. Daher schneidet man die meisten Blätter ab. Bei einem Hortensien Steckling lässt man z.B. nur  2 Blätter stehen und diese werden auch noch halbiert. Bei Lavendel schneidet man die Spitzen heraus.

Hat man all diese Arbeiten erledigt, geht es nur noch darum, den Steckling nicht austrocknen, aber Schimmel kein Chance zu lassen. Ich stelle die Stecklinge in ein Minigewächshaus, das Belüftungslöcher an den Seiten hat. Das Minigewächshaus stelle ich in den Schatten. Von Zeit zu Zeit befeuchte ich die Blätter und mit Glück werden die Stecklinge nicht schlapp und bilden Wurzeln.

Ich gehe übrigens bei meinen Stecklingen meistens nicht nach Lehrbuch vor. Ich schneide in voller Mittagshitze, vergesse manchmal, schräg zu schneiden, schneide auch mal oberhalb des Blattachsenknotens – und dennoch klappt es häufig. Ich glaube, wichtiger als irgendwelche Schnitttechniken ist das Feuchthalten.

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