Urban Gardening: Moosgraffiti – funktioniert das?

Ich liebe Moose und deshalb faszinieren mich die Moosrezepte aus der Urban Gardening Szene.
Es sieht alles so einfach aus: Mixe Moose mit Joghurt, Zucker und manchmal auch Bier und du erhältst eine Moosfarbe, die du überall auftragen kannst. Eine phantastische Vorstellung, lebende Wände zu produzieren.

Die Erklärungen zu den Rezepten wirken so nachvollziehbar, dass ich es probiert habe. In einer schattigen Ecke meines Gartens, in die niemals die Sonne kommt und in der außer Farnen und Nacktschnecken nichts gedeiht, habe ich einen kleinen Natursteinbrunnen gebaut.

Weil das so einen japanischen Touch hat, möchte ich gerne, dass die Brunnensteine mit fluffigen Moosen überzogen sind. Deshalb habe ich vor zwei Jahren ein Moos-Joghurt-Rezept ausprobiert und auf die Steine gestrichen. Dazu habe ich noch Moose vom Rasen in die Steinritzen verpflanzt. Es hat nicht geklappt!

Positiv war nur, dass die Steine nicht verschimmelt sind. Die transplantierten Moose sind von den Vögeln herausgerissen worden und die Moosfarbe hatte keinen Effekt.

Es gibt ca. 16.000 Arten von Moosen und alle Moose haben bestimmte Standortvorlieben. Warum also sollte ein Rasenmoos auf meinen Steinen wachsen wollen? Ich habe daher versucht, Rasenmoos auf Gartenerde im Halbschatten und Vollschatten zu transplantieren – mit sehr zweifelhaftem Erfolg.

Für mich sind Moose sehr schöne, aber schwer zu kultivierende Pflanzen und so bleibt mein japanischer Moosgarten ein Traum. Die Mooskultur versuche ich nun auf die geduldige Art – und das ist wahrscheinlich so zen-buddhistisch wie etwas nur sein kann. Ich versuche die Standortbedingungen für Moose zu verbessern, so dass sie sich freiwillig ansiedeln.

Dieser Stein ist nach zwei nassen Wintern endlich von Flechten überzogen.

Mein Plan für einen Moosteppich ist, Rasen zu säen, damit sich Moos ansiedelt. Das habe ich vor über einem Jahr gemacht und vor lauter Schatten und Nässe ist von dem Rasen im Moment fast nichts mehr zu sehen. Aber statt Rasen habe ich nun schon drei Moosarten (s. Foto oben).

In eine andere Ecke habe ich einen Holzstamm gelegt, weil man im Wald immer die wunderschönen bemoosten Holzstämme sieht. Nass genug ist er, aber Moose habe ich noch nicht gesehen.

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